Beruf: Buchhändler. Mit Leib und Seele
Mag: Katzen, Bücher, ausreichend Schlaf, Frühling
Mag nicht: vollgestopfte Ubahnen, Sanostol, und miefige Büros ...
Schon früh kam die Liebe zu .. nun ja, nennen wir es auffälliger Kleidung zum Vorschein.
Ich habe im Kindergartenalter sämtliche Verwandte in den Wahnsinn getrieben, wenn der Geburtstagswunsch mal wieder mit einem simplen "Glitzerkleid!" formuliert wurde.
Und im Winter wurde der Michelin-Männchen-Look in klaglos in Kauf genommen, um im Kleid statt Hose herumlaufen zu können.. Stopft ihr mal einen Tellerrock in eine Kinderschneehose ;-)
Dann, mitten in der Pubertät wurde in der 8. Klasse in einer nächtlichen Hau-Ruck-Aktion mit freundlicher Unterstützung von Mamas Waschmaschine und mehreren Packungen Simplicol die vorhandene Garderobe eingeschwärzt.
Seit damals habe ich meine natürliche Haarfarbe nicht mehr gesehen ;-)
Über Jahre hinweg kam mir dann keine Farbe mehr ins Haus....!
Nach der Schulzeit - der Ernst des Lebens kam mit der Ausbildung -, gab es wieder ein bisschen Farbe im Schrank. Lila und Rot. Noch nicht im herkömmlichen Sinne bunt, aber für mich schon ein groooßer Kompromiss für das Berufsleben.
Mit der Ausbildung kam ein bisschen Geld in die Kasse:
Ich kaufte Korsetts, einfache Röcke und Second-Hand-Ballkleider, und verzierte diese mit Borten, Rüschen und Spitzen. Auf meinen ersten Saum war ich stolz wie Oskar ;-)
Es ging 2007 dann zum ersten Wave Gotik Treffen. Meine damalige Freundin hatte einfach beschlossen, dass wir da auch mal hingehen müssen.
Ein Inhalt war geboren. Seitdem organisiert sich mein Jahresreigen um das WGT herum.
2008 ist es dann passiert:
Mitten in Leipzig, unter Horden von Grufties, lief eine einsame Tornüre. Schwarz. Schlicht.
Ich war ganz hin- und weg!
Wieder daheim in meinem Dorf war schnell klar, dass ich diese Garderobe mit meinem Ausbildungsgehalt nicht schneidern lassen kann. Ich stand vor der Wahl - selber nähen, oder drauf verzichten.
Klar, dass ich damit anfangen musste.
Meine Tante sponsorte einen VHS-Kurs; und los ging es mit der allseits bekannten Burda-Tornüre.
Ich war ja sooo stolz ....
Danach kam schnell der Wechsel zu TV-Schnitten, und seitdem wächst die Garderobe Stück um Stück.
Um die Näherei habe ich meinen Alltag dann herumorganisiert:
Den Jobwechsel zu einem Münchner Verlagshaus, der Umzug in die Stadt, der Katzenzuwachs ...
Ich arbeite stetig an mir, verbessere meine Näherei und freue mich auf jedes Kostümtreffen in München oder anderswo...
A bientôt,
Genovefa

